E-Book Lebendige Positionierung ohne Box Lebendige Positionierung ohne Box — 5 Schlüssel für mehr Kunden, Klarheit & Vielseitigkeit Jetzt kaufen
E-Book Lebendige Positionierung ohne Box Lebendige Positionierung ohne Box — 5 Schlüssel für mehr Kunden, Klarheit & Vielseitigkeit Zum E-Book

„Was machst du eigentlich?“ So erklärst du dein Angebot verständlich

Wolfgang von Geramb

In diesem Beitrag

Jemand fragt nach deiner Arbeit. Du überlegst, ob du mit deiner Ausbildung anfangen sollst, mit deinen verschiedenen Rollen oder mit dem Angebot, an dem du gerade arbeitest. Während du erklärst, kommen weitere Dinge dazu, die ebenfalls wichtig sind. Dein Gegenüber hört eine Menge über dich. Ob es schon versteht, wann deine Arbeit hilfreich wäre, bleibt offen.

Wenn du als Coach, Berater oder kreative selbstständige Person viel Erfahrung mitbringst, gibt es gute Gründe für eine ausführliche Antwort. Deine Arbeit ist über Jahre gewachsen. Damit andere dein Angebot verständlich einordnen können, brauchen sie zunächst einen konkreten Anfang: Für wen ist es gedacht, in welcher Situation und wobei hilfst du?

Deine erste Antwort darf kurz sein. Die Erfahrung dahinter bleibt dir erhalten.

Beginne mit der Situation, in der jemand dich braucht

Eine Berufsbezeichnung gibt deinem Gegenüber eine erste Orientierung. Sie lässt aber vieles offen. Zwei Coaches können mit derselben Ausbildung an ganz unterschiedlichen Anliegen arbeiten. Auch Begriffe wie Strategie oder kreative Beratung sagen noch wenig darüber, womit jemand zu dir kommen kann.

Denke deshalb an eine Situation aus deiner Arbeit, in der jemand Unterstützung gesucht hat. Was stand für diese Person an? Was wollte sie klären, vorbereiten oder entscheiden? Je genauer du den Anlass benennen kannst, desto leichter wird deine Arbeit vorstellbar. „Führungskräfte entwickeln“ lässt viele Deutungen zu. „Ein schwieriges Gespräch im Team vorbereiten“ beschreibt etwas, das dein Gegenüber erkennen kann.

Wähle dafür eine Situation, die zu der Arbeit gehört, die du heute anbieten möchtest. Ein früherer Auftrag kann deine Fähigkeiten zeigen und trotzdem in eine Richtung führen, die du künftig weniger bedienen willst. Die kurze Erklärung soll passende Gespräche eröffnen. Sie muss keine vollständige Liste aller Menschen und Anliegen enthalten, mit denen du je gearbeitet hast.

Wenn dir diese Auswahl schwerfällt, weil du selbst noch nicht weißt, welchen Schwerpunkt dein Angebot haben soll, braucht diese Entscheidung zuerst Aufmerksamkeit. Die FAQ zum roten Faden erklärt, wie deine Erfahrungen und Fähigkeiten zusammenhängen und wie daraus ein Angebot entstehen kann.

Beschreibe deinen Beitrag zur konkreten Situation

Sobald der Anlass klar ist, interessiert dein Gegenüber, was ihr gemeinsam bearbeitet. Hier bekommen deine Kompetenzen einen Zusammenhang. Du kannst beschreiben, welche Fragen ihr klärt, was ihr vorbereitet oder welche Entscheidung du begleitest.

Nehmen wir ein erfundenes Beispiel, um den Unterschied sichtbar zu machen. Eine Coachin könnte sich so vorstellen:

„Ich bin systemischer Coach, Trainerin und Organisationsberaterin und arbeite mit verschiedenen Methoden.“

Darin steckt fachliche Substanz. Für jemanden außerhalb ihres Berufs ist jedoch noch offen, wann er sich an sie wenden würde. Ein konkreterer Einstieg könnte lauten:

„Ich unterstütze Führungskräfte, die ein schwieriges Gespräch im Team vor sich herschieben. Gemeinsam bereiten wir das Gespräch vor und klären, was sie ansprechen und vereinbaren wollen.“

Jetzt lässt sich die Zusammenarbeit vorstellen. Die Coachin behauptet dabei kein Ergebnis, das sie nicht zusagen kann. Sie beschreibt ihren Beitrag: ein Gespräch vorbereiten und die eigenen Anliegen klären. Wie das Gespräch mit dem Team anschließend verläuft, hängt auch von anderen Menschen ab.

Die Methoden können folgen, wenn sie zum Verständnis beitragen. Deine Ausbildung bleibt wichtig. In dieser Reihenfolge erfährt dein Gegenüber zuerst, wofür sie in deiner Arbeit eingesetzt wird.

Eine kurze Antwort darf weitergehen

Du brauchst keinen perfekten Satz, der deine gesamte berufliche Geschichte enthält. Ein verständlicher Einstieg lässt Raum für ein Gespräch. Wenn dein Gegenüber genauer wissen möchte, wie du arbeitest, kannst du die Form der Zusammenarbeit ergänzen. Danach kann ein Beispiel zeigen, wie eine konkrete Aufgabe aussieht.

Bei der Coachin könnte die nächste Antwort sein: „Dafür verbinde ich Coaching mit der Vorbereitung ihrer Gesprächssituation.“ Fragt jemand weiter, kann sie erläutern, wie sie mit der Führungskraft sortiert, was angesprochen werden soll und welche Vereinbarung diese anstrebt. So kommt die Tiefe dort hinzu, wo Interesse entsteht.

Rückfragen sind dabei willkommen. „Arbeitest du auch mit Menschen, die gerade erst Führungsverantwortung übernehmen?“ zeigt, dass jemand einen Bezug hergestellt hat. Eine Frage nach jedem verwendeten Fachbegriff kann dagegen ein Hinweis sein, dass die erste Erklärung noch zu viel Vorwissen voraussetzt.

Höre auf die Worte, mit denen Menschen ihr Anliegen beschreiben

Für eine verständliche Erklärung lohnt es sich, an tatsächliche Gespräche anzuknüpfen. Welche Situation beschreiben Menschen, bevor sie deine Fachbegriffe kennen? Was möchten sie nach der Zusammenarbeit klarer sehen oder anders angehen?

In meinen Gesprächen mit Unternehmerinnen wirkten die Situationen anfangs sehr unterschiedlich. Ich sah zunächst kaum gemeinsame Muster. Mit weiteren Gesprächen wurden wiederkehrende Themen sichtbar. Dadurch konnte ich besser unterscheiden, bei welchen Anliegen ich helfen kann und welche nicht zu meiner Arbeit passen.

Diese Erfahrung lässt sich für deine Erklärung nutzen: Hör auf die konkreten Anlässe und die Worte, die wiederkehren. Eine fachlich richtige Selbstbeschreibung kann an dem vorbeigehen, was jemand gerade beschäftigt. Du musst diese Sprache auch nicht wortwörtlich übernehmen. Sie hilft dir zu erkennen, wo deine Erklärung anschließen kann.

Schon im nächsten passenden Gespräch kannst du genauer nachfragen, was die Person meint. Daraus entsteht zunächst eine bessere Arbeitsfassung deiner Erklärung. Ob dein Angebot tatsächlich gefragt ist, braucht eine eigene Prüfung.

Prüfe, was von deiner Erklärung angekommen ist

Wähle eine konkrete Kundensituation und schreibe auf, welchen Beitrag du darin leistest. Formuliere daraus einen kurzen Einstieg in deinen eigenen Worten. Wenn du ein neues Angebot erst entwickelst, sage das ausdrücklich, etwa mit „Ich entwickle gerade eine Begleitung für …“. Ein Vorhaben braucht keine erfundene Erfolgsgeschichte.

Erkläre die Arbeitsfassung einer Person und stelle anschließend diese beiden Fragen:

  • „Was hast du verstanden, wobei ich helfe?“
  • „In welcher Situation würdest du jemanden an mich verweisen?“

Höre zunächst zu. Wenn die Antwort in eine andere Richtung geht, prüfe die Stelle, an der diese Vorstellung entstanden ist. Vielleicht war die Situation zu allgemein, vielleicht dein Beitrag noch unklar. Überarbeite diesen Punkt und probiere die Erklärung erneut aus.

Ein freundliches „klingt spannend“ sagt wenig darüber, was angekommen ist. Eine zutreffende Wiedergabe ist hilfreicher. Sie zeigt Verständnis, aber noch keine Kaufabsicht. Dafür braucht es ein Gespräch mit einem passenden möglichen Kunden über sein tatsächliches Anliegen und darüber, ob dein Angebot dazu passt.

Wenn deine Erfahrung und die Worte für dein Angebot noch nicht zusammenfinden, können wir gemeinsam daran arbeiten. In Next Chapter, meiner zwölfwöchigen Begleitung für erfahrene Coaches, Berater und kreative Selbstständige, klären wir deine Richtung, entwickeln daraus ein verständliches Angebot und prüfen die Idee mit möglichen Kunden. Ein Anfang kann sein, die Situation zu benennen, in der du künftig helfen möchtest.

Wolfgang von Geramb

Über den Autor

Wolfgang von Geramb

Gründer von No Niche Rebels und The Second Mountain. Ich helfe vielseitigen Menschen, ihre Erfahrung, Ideen und Angebote in eine verständliche Form zu bringen.

Mehr über mich ↗

Was ist dein
nächstes Kapitel?

Du möchtest deine Ideen sortieren und klarer zeigen, wofür du stehst? Lass uns darüber sprechen.